MARICURA

Macher Ost

Leipzig. Marika Gonschorek hat sich ihr eigenes Unternehmen aufgebaut, weil sie als Angestellte unzufrieden war. Innerhalb von sechs Jahren entwickelte sich ihr Pflegedienst zu einem großen Anbieter in der Branche. Dafür hat sie viel Arbeit in ihren Betrieb gesteckt. Wenn es zu viel wird, geht Marika Gonschorek in den Zoo.

Von MARKUS WERNING

Die Firmengeschichte beginnt vor mehr als sechs Jahren mit Frust. Marika Gonschorek leitet damals ein großes Pflegeheim mit 140 Betten. Sie hat eigene Vorstellungen davon, wie die tägliche Arbeit auszusehen hat. „Das größte Problem war die fehlende Zeit für die Patienten“, erinnert sich die Geschäftsfrau. Aber 2004 ist sie nur angestellt und unzufrieden darüber, dass sie ihre Ideen nicht umsetzen kann. „Es geht besser, wenn man die Arbeit anders organisiert und mehr Personal einsetzt.“ Als sie in ihrem Job weiter an Grenzen stößt, macht sie sich selbstständig und gründet in Leipzig ein eigenes Unternehmen: den ambulanten Alten und Krankenpflegedienst Maricura.

Von der Angestellten zur Chefin: Wenn die Grenzgängerin Marika Gonschorek davon erzählt, klingt es nach einem leichten Schritt. „Ich habe den Entschluss kurzfristig gefasst.“ Noch während sie als Pflegedienstleisterin arbeitet, bereitet sie sich auf die Selbstständigkeit vor – nebenbei, einige Monate lang. Sorgen macht sie sich damals nicht. „Ich war jung und ungebunden“, sagt die heute 36 Jährige, „ich hatte sehr viel Elan und Energie.“ Und ihren Job kennt sie schließlich: Sie ist ausgebildete Krankenschwester und Altenpflegerin, sie hat auch schon genügend Erfahrung gesammelt – 2004 denkt sie, zu wissen, was auf sie zukommt. Im Rückblick sagt sie: „Ich war etwas kühn.“

Um ein Unternehmen zu führen, fehlt ihr damals noch einiges „Buchhaltung musste ich erst lernen.“ Aber sie hat einen Unternehmensberater: „Der ist wirklich gut.“ Sie hat ihren Mann: „Er machte sich ein Jahr vor mir selbstständig, er kann mir immer wieder Tipps geben.“

Und sie hat ihre Mitarbeiter: „Maricura wäre ohne sie gar nichts.“ Offenbar gelingt ihr auch der Spagat zwischen Geschäftsfrau und Altenpflegerin: Je mehr Mitarbeiter sie einstellt, umso mehr Zeit haben ihre Angestellten für jeden einzelnen Patienten, aber umso höher sind die Personalkosten der Firma. Gerade in der Pflegebranche. Marika Gonschorek macht deshalb viel Öffentlichkeitsarbeit. Sie organisiert Seniorennachmittage und Informationsveranstaltungen – zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Seniorengymnastik, Kochen und Heimatgeschichte. Das kostet Zeit. Überhaupt steckt sie eine Menge Kraft in ihre Firma. Wie viele Unternehmer. Einige Arbeitstage sind neun, viele 14 Stunden lang. Aber es zahlt sich aus.

Der Pflegedienst wächst. Mit drei Mitarbeitern und einer Handvoll Patienten beginnt Marika Gonschorek 2004, heute beschäftigt sie 35 Frauen und Männer, die sich um rund 80 Patienten kümmern. Entsprechend ist der Umsatz gestiegen, er näherte sich in den vergangenen Jahren der Eine-Million-Euro-Marke. Maricura gehört damit zu den großen privaten Pflegediensten in Deutschland, wie der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) auf Anfrage mitteilt. Der BPA vertritt rund 42 Prozent der privaten Pflegedienste. Überwiegend seien es mittelständische Betriebe, viele hätten bis zu zehn Mitarbeiter, und im Durchschnitt kümmerten sich die Unternehmen um rund 50 Patienten, sagt eine Sprecherin.

Den nächsten Schritt in der Geschichte ihres Pflegedienstes plant Marika Gonschorek auch schon: Sie will ein Kinderhaus eröffnen, in dem die jungen Patienten rundum betreut werden. Damit wäre sie einmalig in Leipzig, sagt sie. „Andere haben sich spezialisiert.“ Auf Kinder oder auf Senioren, auf ambulante Pflege oder auf betreutes Wohnen. „Wir haben ein breit gefächertes Angebot.“

Schon jetzt hat sie erreicht, was sie wollte. Sie kann ihre Vorstellungen von Pflege umsetzen und davon leben: „Es geht uns gut.“ Trotzdem sagt sie: „Heute würde ich es nicht mehr machen.“ Es scheint, als habe sie in den sechs Jahren als Firmenchefin ihre frühere Unbekümmertheit verloren. Auch stößt sie immer noch an Grenzen. An andere als zu der Zeit, als sie angestellt war: Manchmal werden die Arbeit, der Druck, die Belastung zu groß. Dann sucht sie Ruhe – bei Tieren. „Ich habe eine Jahreskarte für den Zoo.“

Das Thema Kinder stand bislang im Hintergrund. „Sonst wäre die Arbeit nicht zu schaffen gewesen.“ Nach sechs Jahren könnte Maricura aber so weit sein, dass sich die Chefin eine Auszeit nehmen kann, um Mutter zu werden. Sie hat großes Vertrauen zu ihrem Team. „Es müsste eine Weile auch ohne mich gehen.“

Quelle: LVZ – Leipziger Volkszeitung , Ausgabe 30./31. Oktober 2010 (Seite 9)

Originalbeitrag LVZ - Macher Ost
Mai 2012
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14.05. Montag Maricura´s Kochstudio Betreutes Wohnen Delitzscher Straße 132, 04129 Leipzig
21.05. Montag Gehirnjogging Betreutes Wohnen Delitzscher Straße 132, 04129 Leipzig
23.05. Mittwoch Thementag Italien Betreutes Wohnen Delitzscher Straße 132, 04129 Leipzig
25.05. Freitag Pfingstbastelei Betreutes Wohnen Delitzscher Straße 132, 04129 Leipzig
30.05. Mittwoch Maricura´s Backstudio Betreutes Wohnen Delitzscher Straße 132, 04129 Leipzig
Juni 2012
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